BIOGRAPHY(新)
Hirofumi Yoshida ist Musikdirektor der Filarmonica del Teatro Comunale di Modena „Pavarotti-Freni", Erster Gastdirigent des Nationalen Akademischen Opern- und Balletttheaters Odessa in der Ukraine sowie Künstlerischer Leiter der Rising Sun Opera Foundation. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist er in der italienischen Opernwelt tätig und hat künstlerische und musikalische Leitungspositionen in Mantua, Bologna und Modena inne gehabt. Sein Repertoire ist geprägt von Puccini, Verdi, Mozart und dem Belcanto - auf der Opernbühne ebenso wie im Konzertsaal.
Als Musikdirektor des Teatro Sociale di Mantova dirigierte er Verdis Rigoletto in eben jener Stadt, in der die Oper spielt. In Bologna bekleidete er anschließend drei aufeinanderfolgende Positionen --Künstlerischer Leiter der Filarmonica del Teatro Comunale, Erster Gastdirigent des Opernhauses und Chefdirigent der Philharmonie -- und dirigierte Madama Butterfly, Le nozze di Figaro und La traviata. Seit 2022 ist er Musikdirektor der Filarmonica del Teatro Comunale di Modena; diese Position bildet heute den Mittelpunkt seiner dirigentischen Arbeit.
Sein Debüt am Teatro dell'Opera di Roma gab er 2007 mit Pagliacci in den Caracalla-Thermen. Es folgten Engagements am Teatro Verdi di Trieste mit Don Pasquale und Fallas La vida breve, in Cagliari mit La sonnambula sowie in Messina mit La rondine. Hinzu kamen eine gemeinsame Produktion von Rigoletto an den Theatern von Mantua, Bergamo, Lucca und Sassari, eine Neuproduktion von Tosca am Teatro di Pisa und Verdis Requiem in Sassari. Zu seinen künstlerischen Partnern zählten die Sänger Jessica Pratt, Martina Serafin, Nicola Martinucci und Carlo Guelfi sowie die Ballerina Carla Fracci und der Tänzer Antonio Marquez.
Mehrfach wurde er zum Festival Puccini eingeladen, wo er Turandot, Madama Butterfly und Tosca di-rigierte; sein Puccini-Repertoire umfasst inzwischen neun Werke -- Le Villi, Edgar, La bohème, Tosca, Madama Butterfly, La rondine, Suor Angelica, Gianni Schicchi und Turandot. Die zweite Säule seines Reper-toires bildet Verdi mit La traviata, Rigoletto, Il trovatore, Aida, Don Carlo und dem Requiem.
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen des Teatro Comunale di Bologna dirigierte er zwei komische Intermezzi von Padre Martini -- Il maestro di musica und Il Don Chisciotte -- und rekon-struierte, edierte und erarbeitete die Aufführungspartituren dafür selbst anhand erhaltener Quellen. Diese Produktion bildete den Ausgangspunkt einer von der japanischen Kulturbehörde geförderten Opernkooperation mit Bologna, die sich (eine pandemiebedingte Unterbrechung eingeschlossen) über nahezu ein Jahrzehnt erstreckt hat und Madama Butterfly, Pagliacci, Turandot, Tosca und Il trova-tore an UNESCO-Welterbestätten und historischen Kulturorten wie dem Kiyomizu-dera-Tempel, der Burg Himeji, der Stätte des Heijō-Palasts, der Burg Nagoya und dem Hōryū-ji-Tempel auf die Bühne brachte. 2025 eröffnete er in Modena ein neues Kapitel dieses langjährigen Projekts mit einem Dop-pelabend aus Martinis Il Don Chisciotte und Fallas El retablo de maese Pedro.
Über Italien hinaus führten ihn Engagements an das Kairoer Opernhaus für Aida und Madama Butter-fly, nach Hongkong für Don Carlo, nach Paris für eine szenische La traviata mit dem Orchestre Lam-oureux sowie an die Lettische Nationaloper. Seit seiner Berufung zum Ersten Gastdirigenten der Oper Odessa im Jahr 2021 setzt er seine Arbeit mit dem Ensemble auch unter den Bedingungen des Krieges fort; 2025 brachte er auf eigene Initiative das Orchester der Oper Odessa auf eine Japan-Tournee und fungierte dabei als Künstlerischer Leiter und Dirigent -- ein Vorhaben, über das sowohl NHK News als auch NHK WORLD-JAPAN berichteten.
Zu seinen solistischen Partnern zählen die Geigerinnen Baiba Skride und Karen Gomyo, die Pi-anisten Dmitry Masleev und Louis Lortie sowie der Cellist Suren Bagratuni. Beim Chatschaturjan-Festival in Jerewan dirigierte er das Armenische Staatliche Jugendorchester in Dvořáks Cellokonzert mit Bagratuni als Solisten sowie in Smetanas Die Moldau und Dvořáks Sinfonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt". Außerdem trat er mit I Virtuosi Italiani und dem Sizilianischen Symphonieorchester auf; sein Auftritt bei der Taobuk Gala im antiken Theater von Taormina wurde von Rai 3 übertragen.
Als Künstlerischer Leiter und Dirigent verantwortete er das erste Konzert eines vollständigen Orch-esters in der Geschichte Saudi-Arabiens, veranstaltet vom saudischen Ministerium für Kultur und In-formation. 2025 leitete er die Filarmonica di Modena bei Auftritten auf der Expo 2025 in Osaka sowie in der Izumi Hall, wo die Liveaufnahme für die 2026 beim Label Tactus erschienene CD Sinfonie Italiane entstand. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Gotoh Memorial Cultural Award (Opera Newcomer Prize) und der Enrico-Caruso-Preis; 2024 erhielt er eine Anerkennung des japanischen Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie für seine Verdienste um Musik und inter-nationalen Kulturaustausch.
Yoshida absolvierte sein Dirigierstudium am Tokyo College of Music einschließlich des dortigen Auf-baustudiums, bevor er seine Ausbildung in Europa mit einer Dirigier-Meisterklasse an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie einem Sommerseminar an der Accademia Chigiana in Siena fortsetzte. Als Auslandsstipendiat der japanischen Kulturbehörde sammelte er Produktion-serfahrung an der Bayerischen Staatsoper, am Nationaltheater Mannheim und am Teatro dell'Opera di Roma und wurde in Neapel von Nello Santi sowie am Baltimore Symphony Orchestra von Yuri Temirkanov ausgebildet.

